drei halleluja

drei halleluja


eine unsichtbare kragenweite

darüber die tellermützen der generäle

und die ruinen der kettenraucher

 

die heilung der schlaglöcher

und ein wolkenrudel im morgenrot

das gesicht in der handtasche

aus raum und aus stundengrind

 

das überwintern im regen

und die stöckelschuhe im dickicht

die gewehrläufe glühen im feuer

mit den raketen spielt ein kindergesicht

 

jagende tage

verteilen mienen

variables bild

 

alle menschen suche fette oasen

erblüht und nicht am sand

die propheten unserer zeit stottern

die daumen der goldgräber jucken noch immer

und ein solotänzer trauert um seine steile karriere

 

von sumpf zu sumpf

torkelt ein blaues trio

den strengen duft der kamele

hat es nicht bemerkt

 

auf einem schreibtisch

keimen haare aus marmor

murmeltiere lauschen gespannt

im notfall geht der nächste esel in die wüste

und frisst kreide

die kontinente des seins

 

die einen sind mit der freude vertraut

die anderen mit ihrer schadenfreude

 

die die einen sind mit dem frieden vertraut

die anderen mit ihrem unfrieden

 

die einen sind mit der gerechtigkeit vertraut

die anderen mit der ungerechtigkeit

 

die einen sind mit dem vermögen vertraut

die anderen mit ihrem unvermögen

 

die einen sind mit der macht vertraut

die anderen mit ihrer ohnmacht

 

die einen fürchten um ihre unschuld

die anderen verstecken ihre schuld

september


dein lachen ist die schönste redensart

in einem obstboot mitten unterm regen

der wind im nebel bracht das gold in fahrt

und dichte verse in die spinnenweben

 

das treiben in den städten führt die fischer

aus kalten mauern in das gelbe licht

ein hund hat angst vorm blitz und seinem zischer

doch ursache zum fürchten ist das nicht

 

im wogen des schlafmeeres summen zwerge

das blut kreist sacht – ein ziegenfell ruft laut

schon morgen steigt das licht wieder zu berge

und stellt die sonnenstrahlen wieder auf

die kirche im dorf


schneehühner im beichtstuhl
warten auf nachtblinde taschenlampen

sakristeifliegen tanzen
ein hemdkragen im kerzenlicht
fünf speckstreifen mit brusthaaren

die nacht hat angefangen
glocken schlagen wurzeln
eine hand hustet
die brüste in den körben sind warm

weiße hände spielen bruckner

auf einem zehnfach
vergrößerten ginkoblatt
liegt ein goldfisch
und spukt blut

schau mi ned so ou

 

koa woid is so tiaf

und so loung koa gedichdd

und so schwah is koa gwichdd

ois da zeid ia oids xichdd

 

koa liad is so laud

und so kuaz is koa waö

und so schnä is koa maö

ois da zeid ia harbs xichdd

 

koa liachdd is so schnä

und koa muadda so grob

und so foisch is koa diab

ois da kriag und da tod

zwischn hubbfm und schbringa

 

a houndvoi oawad

und de schdunddn en de fiass

en liachdd groasn de woiggn

und a weda nimd sein huad

 

und de augn en kaffee

und de lug va de biacha

und en kobf voi mid gschichddn

zwischn oufoung und end

 

de wiesn af da sä

und da wind da gedounggn

en bedd de tram va gesddan

zwischn hubbfm und schbringa