2012 - august

GEDANKEN Splitter zum GRANIDD fausdd

1.    wer theater macht, hat was zu erzählen und begegnet vielen menschen

2.    unsere verkabelte, einschaltquotierte welt öffnen, für ein üppiges, humanes wachsen

3.    faust geht seine irrwege, wir begleiten ihn wie ein trabant im all

4.    knietief waten, im dialektalen sprachbiotop

5.    elementare sprachferien genießen im hause anzinger

6.    gigl und gogl, die gewissen fausts und mephistos, (des ganggerls) haften wie treue hunde an ihren herrn

7.    gut und böse, die personifizierte versimplifizierung von faust und ganggerl (mephisto)

8.    greddchen, ein geschächtetes opferlamm, ein weinender regenbogen

9.    vokalstimmen überspannen satzbögen wie ein apostroph im wind

10.  masken und umtriebe, warfen schon ihre schatten in die höhlen der steinzeit

11.  masken, schatten und feuer, sitzen seit urzeiten in unserem zwerchfell, sie warten, bis sie geweckt werden

12.  der dialekt unserer urahnen gilt als sprühregenfarbiger stolz unser vergangenheit

13.  mit wortspielen ziehen wir unsere kindheit aus der tasche

14.  nehmen und geben, eine kurvenreiche wasserrutschbahn mit finsteren tunnelröhren

15.  hexenküche, auerbachs keller und die walpurgisnacht – ein casting am tummelplatz der allerweltseitelkeiten

16.  eine überirdische und eine unterirdische wette spiegeln die spiralen aller blutgruppen in der donau

17.  630 strophen und 4.510 zeilen, so sieht die karosserie des GRANIDD fausdd aus, daraus bastelte franz horcicka einen dramatischen motor,

der von 21. juli bis 25. august am teich von waldhausen seine runden zog

18.  „du hosd in mei denga einigloungd“ – werbepsychologie in einem satz, er macht 100erte bücher mistkübelverdächtig

19.  die existenz von hexen scheint vorüber – im GRANIDD fausdd vergnügen sie sich um die wette

20.  die greddchenfrage – eine glaubensfrage, eine moralische frage, sogar die EU sucht nach einem katalog des ethischen verhaltens

©franz horcicka, dramaturg und regisseur des „GRANIDD fausdd“